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Buchcover: Die Familie Gans 1350–1963
Buchcover: Die Familie Gans 1350–1963Bildquelle im überlieferten Beitrag nicht angegeben

Die Familie Gans 1350 – 1963

Ursprung und Schicksal einer wiederentdeckten Gelehrten- und Wirtschaftsdynastie

von Angela von Gans und Monika Groening

Kaum eine Familie hat die deutsche Wirtschaft und Kultur über einen so langen Zeitraum beeinflusst wie die Familie Gans. Eingebunden im jüdischen Netz, zu dem die Familien Goldschmidt, Leffmann Behrens, Bonn, Mendelssohn, Heine, Cassella und von Weinberg in Frankfurt gehörten, nahm sie über sechs Jahrhunderte Einfluss auf den europäischen Metall-, Textil- und Lederhandel und trat selbst als Unternehmer auf. Im 19. Jahrhundert gehörte die Familie zu den erfolgreichsten Pionieren der Chemieindustrie. Die von ihnen mit gegründete Cassella AG entwickelte sich zum Weltunternehmen und gehörte schließlich zum I.G.-Farben-Konzern. Mit dem berühmten Astronomen und Philosophen David Gans, dem Berliner Rechtsgelehrten Eduard Gans, dem Erfinder Leo Gans und dem Unternehmer und Kunstsammler Fritz von Gans stellte sie wichtige Persönlichkeiten der jeweiligen Epochen. Mitglieder der Familie traten als großzügige Stifter und Mäzene für Frankfurt, München und Berlin auf. Dass sie schließlich Ehen mit dem deutschen Adel eingingen und das regierende Fürstenhaus Hessen-Kassel zu ihren Vorfahren zählt, deutet auf die außerordentliche Akkulturationskraft der Familie hin. Die ausführliche Darstellung ihres Schicksals während des Naziregimes und der Nachkriegszeit ist nicht zuletzt ein wichtiges Beispiel der deutschen Zeitgeschichte.

Inhaltsverzeichnis

ERSTER TEIL: DIE FAMILIE GANS VON IHREN ANFÄNGEN BIS 1800

Die Ursprünge als mittelalterliche Fernhändler in Köln, Worms, Mainz und Frankfurt am Main (1350–1550)

Handelsherren in Lippstadt, Minden und Hannover (1550–1650)

B.1.1. Josua Seligmann Gans (um 1535–1609) und die feindliche Lippstädter Bürgerschaft

B.1.2. Der Astronom und Philosoph David Gans (1541–1613) und seine Prager Lehrer Tycho Brahe und Johannes Kepler

B.2.1. Josua Seligmann Gans und seine drei Söhne Isaak, Sostmann I und Salomon d.Ä. in Minden als Kreditgeber des westfälischen Adels und bevorzugte Metallhändler der Landesherren

B.3.1. Die Literatin Glückel von Hameln (1645–1724), Schwägerin von Salomon d.J. Gans und Jente von Hameln

B.3.3. Leffmann Behrens (1634–1714) und sein Finanzimperium

Hoffaktoren und Tabakunternehmer in Hameln und Celle (1650–1800)

C.1.1. Sostmann II Gans (um 1650–1724) und der Beginn des selbständigen Unternehmertums des Gans-Clans

C.2.1. Salomon II Gans (um 1670–1733), erfolgreich als Celler Tabakfabrikant

C.2.3. Isaac Jacob Gans (1723/34–1798), sein Sohn Philipp Isaak (um 1753–1828) und sein Enkel Salomon Philipp Gans (1788–1843)

ZWEITER TEIL: DIE FAMILIE GANS UND DIE ZEIT DER JÜDISCHEN EMANZIPATION IN BERLIN UND FRANKFURT AM MAIN (1800–1850)

Abwanderung aus Celle in die Metropolen des Alten Reiches um 1800

Berlin

B.1. Friedrich der Große und das vermögende Judentum

B.2. Jüdische Aufklärung

B.3. Eduard Gans (1797–1839), Begründer des Vereins für Cultur und Wissenschaft zur Bekämpfung des Einflusses des Talmuds in der Gesellschaft und dessen Scheitern

B.5. Eduard Gans, Rechtsgelehrter und Lehrstuhlinhaber, sein Vetter Heinrich Heine und sein Kampf für die Durchsetzung der Hegel’schen Philosophie in der Rechtswissenschaft

Die Geschichte des alten jüdischen Frankfurt bis zum Ende des 18. Jahrhunderts

Das Entstehen des „emanzipierten“ jüdischen Frankfurt im 19. Jahrhundert und die Rolle der Familie Gans während dieser Zeit

DRITTER TEIL: LEOPOLD CASSELLA UND DIE FAMILIEN GANS UND WEINBERG

Die Pioniere Elias Löb Reiss und David Löb Cassel alias Leopold Cassella

Ludwig Ahron Gans (1794-1871) und der Aufstieg der Farbenfabrik Leopold Cassella zum Weltunternehmen in den Jahren 1848 bis 1904

Die Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland im 19. Jahrhundert

Friedrich Ludwig von Gans (1833–1920) als Industrieller und Mäzen

D.4. Das Kinderkrankenhaus in der Boettgerstraße 20–22 im Frankfurter Nordend

D.7. Die Antikensammlung – die größte Privatsammlung antiker Kunst ihrer Zeit in Deutschland

D.9. Die Nobilitierung von Fritz Gans und die Adelspolitik Kaiser Wilhelms II.

D.12. Ludwig Wilhelm von Gans (1869–1946) und die „Pharma-Gans“

Leo Gans (1843–1935), Pionier der chemischen Industrie und Mäzen

Die Schwestern Henriette und Marianne Gans und das jüdisches Netz

Adolf Gans (1842–1912) und die Villa Gans/Hainerberg, Gästehaus der USA und Residenz General Eisenhowers nach dem zweiten Weltkrieg

Die Gebrüder Weinberg, Söhne von Bernhard Weinberg und Pauline Gans, als Großindustrielle und Mäzene

H.1. Arthur von Weinberg (1860–1943)

H.2. Carlo von Weinberg (1861–1943)

VIERTER TEIL: DIE GENERATIONEN NACH DEN GRÜNDERN (1900–1963)

Paul Gans-Fabrice (1866–1915), Automobil- und Luftfahrtpionier

A.2. Gründung der Bayerischen Fliegerschule 1910 in München

A.4. Gründung der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung (ILA) 1909 in Frankfurt

A.6. Die Familie von Fabrice und die Verwandtschaft mit dem Fürstenhaus Hessen-Kassel

Josef Paul von Gans genannt Jozsi (1897–1963), Automobilpionier und Exilant

B.4. Jahre des Exils in Australien und Indien (1938–1958)

B.5. Deutschland nach der Rückkehr (1954–63)

EPILOG